Anmelden

False memory – die Bedeutung verfälschter Erinnerungen in der Psychotherapie

Seit Ende des 20. Jhdt. wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte, dass unser Gedächtnis nicht verlässlich ist und die Wirklichkeit nur unzureichend abbildet, wird das Syndrom der falschen Erinnerungen in Psychologie und Psychotherapie heftig diskutiert. Erinnerungen an Ereignisse, die nie stattgefunden haben oder die völlig anders erinnert werden, als sie vorgefallen sind, spielen insbesondere in der Traumatherapie und in der Behandlung von Borderline Störungen eine bedeutende Rolle. Nicht zu unterschätzen ist die Gefahr, durch suggestive Therapietechniken falsche Überzeugungen und Trugerinnerungen zu induzieren. In diesem Referat werden nach einem Überblick über die historische Entwicklung des False memory Konzepts die wichtigsten psychologischen Grundlagen und die neuesten Erkenntnisse, erläutert anhand mehrerer Fallbeispiele, präsentiert. Den Abschluss bilden Hinweise auf forensische Aspekte und therapeutische Haftungsfragen.