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Das Eigene und die Fremden. Fremde sind wir uns selbst.

Aber das Eigene muss genau so gut gelernt sein wie das Fremde (Hölderlin)

 

In einer Welt, die schon lange unübersichtlich ist, die eine Welt ist,  die wie Soziologen betonen sich globalisiert, entgrenzt und beschleunigt und verstärkt Risiken in sich birgt, ist  es nicht immer einfach herauszufinden wer wir sind und was wir wollen und zu wem oder was wir uns zugehörig fühlen. Die flüchtige Moderne  bildet  liquide  Identitäten aus, die  flüchtig wie sie sind nicht wenige von uns überfordern. Eine doppelte und gleichsam in sich widersprüchliche Bewegung bildet sich in unserer Psyche ab.  Einmal sind wir offen und freizügig gegenüber dem Fremden.  Offenheit  zeigt sich in der Bereitschaft sich auf das Fremde einzulassen  in einer  Neugierde auf die Fremden, die  zum  Anderen werden, dem wir gastfreundlich  begegnen und in dem wir uns in Wohlgefallen spiegeln.  Gerade in der Erfahrung der Unterschiedlichkeit  in der  Auseinandersetzung mit den Fremden gelingt es uns das Eigene besser zu erkennen und anzuerkennen, damit herauszufinden wer wir sind oder was wir nicht sind, welcher Gruppe wir uns zugehörig empfinden und welcher nicht. In einem hin und her des  sich gegenseitigen Erkennens und Anerkennens entstehen schöne kleine Geschichten vom Gelingen von Beziehungen.  Dann wieder  macht uns das Fremde,  machen uns die Fremden Angst und wir empfinden sie als eine Bedrohung.  Im äußersten Fall wollen dann mit den Fremden  nix zu tun haben und verweigern ihnen unsere Sympathie,  wollen sie weder kennenlernen noch sie anerkennen, ja wollen sie am liebsten weghaben. Wenn sie nicht so werden wie wir sie haben wollen,  sie sogar auf ihr Eigenes bestehen, entstehen die hässlichen kleinen Geschichten von Ausgrenzung  und von in Feindschaft gegenüber dem Fremden

Was  „beim Teutates“ spielt sich da nur ab?  Sich zu einer Gruppe  dazugehörig zu empfinden und doch gleichzeitig von den Anderen verschieden und abgegrenzt sein zu wollen  , die mitunter dadurch erst  zu den  Fremden  werden,  scheint eine Grundbestrebung in der psychischen Identitätsbildung und der Gruppenpsychologie zu sein. Ich bin ich, weil ich gerade der Gruppe angehöre und nicht der anderen Gruppe, zu der ich auf Distanz gehe. Eine Balance  zu finden zwischen dem Wunsch nach Gleichheit und Zugehörigkeit  auf der einen Seite  und verschieden sein und anders sein zu wollen auf der anderen Seite, ohne Feindseligkeit  in ‚Form von Abwertungen  und Verachtung der Anderen  zu entwickeln ist eine große Aufgabe  in der Ausbildung von  Toleranzen.  Die  Anerkennung von Differenzen   muss in der alltäglichen Praxis  mühsam gelernt werden und darf  nicht nur beim Wort  in die Pflicht genommen werden. Wir können ohne zu zögern dann wenn es fruchtet von einer Lebenskunst  im Dienste der Ethik der Existenz sprechen.

 Im Workshop sollen im ersten Teil Kleingruppen gebildet werden, die dem Thema anhand der eigenen Lebenserfahrungen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen nach-fühlen und es nach-sprechen. Im zweiten Teil werden die Ergebnisse der Kleingruppen  zusammengetragen und gemeinsam im Gespräch in einen  gesellschaftlichen Sinnzusammenhang gestellt.