Anmelden

Arbeit am Tonfeld – Im Greifen sich begreifen

Das Tonfeld ist ein flacher Holzkasten, der mit weicher Tonerde ausgestrichen ist. Es lässt der Bewegung der Hände freien Raum, bietet Halt, und das formbare Material lässt Gestaltungsmöglichkeiten und Verwandlung zu. Die Augen bleiben nach Möglichkeit geschlossen, so dass eine freie Entfaltung über die Sinne sich entwickeln kann.
Das weiche Material nimmt jede Berührung auf. Die Funktionslust der Sinne kann ebenso angesprochen werden wie das sensorische Erleben. Das Feld wird zur Übertragungsfläche für die eigene Bewegung. Es ist die gleiche Bewegung, mit der auch Welt wahrgenommen wird. Somit ermöglicht das Tonfeld Einsicht in die Beziehung, in der wir unserem Gegenüber und uns selbst begegnen.

Die Arbeit setzt am frühesten Beginn der individuellen Entwicklung an. Von Kindesbeinen an erfahren wir durch das Greifen, was Halt bietet, was verlässlich ist und sicher oder unsicher und welche Handlungsmöglichkeiten uns offen stehen. Die Arbeit am Tonfeld greift leiblich erfahrbar diesen Entwicklungsweg auf. Sensomotorisches Greifen und Be-greifen führen in einen Gestaltungsprozess, der den verlorenen Entwicklungsfaden aufgreift und weiterentwickelt.

Anhand von kurzen Videosequenzen werden aufbauende Strukturelemente von Bewegung und Wahrnehmung in diesem Prozess aufgezeigt.